Sonntag, 21. November 2010

Marktwirtschaft gehorcht nicht Angebot und Nachfrage

Das Gewissen ist unsere innere Stimme, die genau weiß, was richtig ist und was falsch ist und trotzdem wachen wir jeden Tag auf und betrügen uns selber. Wir reden uns ein, dass das was wir Leben nennen, in Wahrheit ein Marktplatz ist und wir nur gewinnen können, wenn wir andere hinter uns zurücklassen. Es ist ein riesiges Betrugssystem, das für legal und moralisch richtig erachtet wird.

Für dieses Gewissen erfanden wir Religionen und Priester, die uns von dieser täglich wiederkehrenden Schuld freisprechen und trotzdem verweigern wir uns der Wahrheit, weil sie schmerzt und uns selber zu den Bestien macht, die wir andere gerne nennen.

Unsere sogenannte Marktwirtschaft ist die Arena des täglichen Blutes, das wir trinken und für die wir zur Ader gelassen werden.



Marktwirtschaft bedeutet jemanden zu finden der Rohstoffe die über das gleiche kosten, billiger verarbeitet durch Leistung als wir selber im Vergleich zu unserem Lebensunterhalt. Aus diesem Grunde bewundern uns die armen Länder für unseren Wohlstand. Trotzdem verweigern sich viele der Tatsache, dass jedem Gewinn ein Verlierer gegenüber stehen muss, wie der Christ dem Löwen gegenüber stand.

Wir bewundern die Sieger und plötzlich erkennen wir, dass auch wir hier in Deutschland in diese Arena hinunter steigen müssen. „Er oder ICH!“ Doch die Marktwirtschaft existiert nicht aufgrund des Verlierens oder Gewinnes, sondern weil die Ränge mit Schaulustigen, zahlenden Gästen besetzt sein muss. Unsere Marktwirtschaft ist nur Mittel zum Zweck, um Eintrittgelder zu sammeln. Er das Eintrittsgeld nicht mehr aufbringen kann, findet sich unter den Schaustellern wieder, die um Leben und NICHTLEBEN kämpfen. Es reicht also nicht aus, dem Treiben unten in der Arena den Garaus zu machen, sondern die Schaulustigen und Eintrittsgeldzahlenden müssen unterbunden werden.

Die Zuschauer sind das Geldsystem, die Kämpfer die Marktwirtschaft und die Arena selbst ist die Geldentstehung. Wir müssen diese Arena einreißen und etwas Neues schaffen, denn diese Arena ist nicht für unsere Leben notwendig. Ein Platzanweiser, ein Maler und Maurer, ein Manager wird sich natürlich dagegen wehren, denn er wäre arbeitslos und würde sich in der Arena wissen, die aber nicht mehr da sein wird.

Das beschreibt die Angst, die jeder vor diesem Umbruch hat, doch diese Marktwirtschaft, die Wertegesellschaft, die Welt hat keine Zukunft, sie ist die Selbstzerstörung der Menschheit, die keine Gewinner kennt, nur Blutlust und Angst; Schmerz und Leid. - der ewige Kampf den anderen zu opfern und sich selbst zu retten – mit der Stimme des Gewissen als täglichen Widerhall des Grauens. Wir bauen uns imaginäre Feinde auf, damit wir unserer Stimme des Gewissens nicht hören; sie als Teufel enttarnen und nennen sie willkürlich, RECHTS, LINKS und MITTE.

Egal welcher Stimme wir uns hingeben, wir wissen es wird nie funktionieren. Diese Geldsystem, um Haben und Nichthaben wird ein jähes Ende finden – das Armageddon, das Ende. Das müssen wir akzeptieren ohne dass etwas endet wird nicht Neues anfangen. Es gibt keine Lösung in diesem Wertesystem – egal wie wir uns anstrengen! Marktwirtschaft wird nie gerecht werden, wenn Geld nicht durch das entsteht, was jeder Mensch hat und für die Verarbeitung von Rohstoffen notwendig ist.

Wir sind alle die armseligen Kartenabreisser und diejenigen die mehr schlecht als recht von diesem System existieren. Ist dieses System am Ende angekommen, werden sogar wir als Kartenabreisser überflüssig und unserem Siechtum überlassen. All das wissen wir, aber wir hoffen und glauben an die Moral und Tugend, derjenigen die uns beherrschen. Beherrschte erliegen immer dieser Illusion, weil sie glauben, dass ihre Herrscher besser sind, als sie in ihrer Seele und der Stimme des Gewissens gehorchen. Diese Arena einreißen bedeutet all das als Unrecht zu erkennen, was wir tagtäglich als Recht leben.

Kapitalistische Marktwirtschaft - Die Geldentstehung kontrolliert die Nachfrage

Wir leben in einer kapitalistischen Planwirtschaft; in einer Konvergenz, zwischen dem was wir lieben und was wir hassen. Unsere freie Marktwirtschaft ist nur eine Illusion der Gerechtigkeit, denn wer Gerechtigkeit anstrebt, akzeptiert damit Unrecht.

Die Politik erhält mit Steuergeldern Industrie, Monopole und Anbieter am Leben und schafft sogar Nachfrage, wo keine wirkliche Nachfrage vorhanden ist. Unsere Marktwirtschaft gehorcht nicht den Grundprinzipien Angebot und Nachfrage, wie es immer gelehrt wird, sondern zum wirtschaftlichen Überleben gehört die Förderung von künstlicher Nachfrage, die mittlerweile über Gesetze erzeugt wird, wo Werbung und die Kapitalkraft des privaten Konsumenten nicht mehr ausreichen.

Deshalb neige ich dazu unsere „freie Marktwirtschaft“ als kapitalistische Planwirtschaft zu bezeichnen, denn nicht die Nachfrage gibt den Ton an, sondern der Zwang der Geldentstehung in unserem System. Viele neigen dazu den Zins als mögliche Ursache zu bezeichnen, aber wäre der Zins nicht mehr vorhanden, gäbe es aufgrund unserer Geldschöpfung immer ein Defizit an Geld, das mit neuen Krediten wieder abgedeckt werden muss, weil Leistung niemals in der Geldentstehung berücksichtigt ist, sondern immer aus dem entstanden Geld bezahlt werden muss. Am besten lässt sich das in der Recyclingwirtschaft zeigen.

Die aufgewendete Leistung zur Gewinnung von bereits verwendeten Rohstoffen ist nie in der Geldmenge enthalten, die die Rohstoffe wert sind. Das gleich gilt auch für die Rohstoffförderung wie z. B. Bei der Ölförderung. Aus diesem Grund fehlt immer und überall das Geld und es müssen gezwungener Maßen immer neue Kredite aufgenommen werden.

Marktwirtschaft ist die Aufgabe jemanden zu finden, der Rohstoffe billiger verarbeitet, als man es selber tun kann. Unser Staat hat also die Aufgabe die Leistung der Menschen so zu verbilligen, damit in Deutschland die Verarbeitung der Rohstoffe am billigsten ist. Der Staat, der das am besten macht ist Exportweltmeister. Der Staat subventioniert mit dem Geld der Bürger die Arbeit, damit diese Geld verdienen – ein angebliches Perpetuum Mobile, das es aber in Wirklichkeit nicht gibt.



Diese Aufgabe übernehmen jetzt Staaten, da ihre Bevölkerungen meist so hoch verschuldet sind und aufgrund der Arbeitslöhne, die ständig sinken müssen, weil die Rohstoffpreise steigen, gar nicht mehr in der Lage sind, Kredite aufzunehmen bzw. nicht mehr als kreditwürdig gelten.

Aber auch die Staaten gelangen an ihre Grenzen der Kreditwürdigkeit und diese kapitalistische Planwirtschaft, die auf einer ungerechten Geldentstehung beruht, verlangt nach immer neuen und vor allem nach mehr neuem Geld durch Kredite. Es bleibt den Staat gar nichts anderes übrig, als seine Leistungen für die Bevölkerung zu kürzen oder ganz abzuschaffen und höhere Gebühren und Steuern zu erheben, damit dem Geldentstehungssystem noch Folge geleistet werden kann.


Staaten gehorchen der Geldentstehung und organisieren ihre Bevölkerung entsprechend

Staaten hatte auch nie eine andere Aufgabe, als die Verwaltung des Humankapitals für die Wirtschaft, die dem Enteignungssystem unseres Geldentstehungssystem dient. Nur während der Hochphase unserer wirtschaftlichen Entwicklung fiel es uns nicht auf, dass unsere Wirtschaft ein Verarmungssystem ist und der Staat der Ordnungshüter für diese Geldmechanismen.

Der Staat muss sein Humankapital, seine Bevölkerung für die Wirtschaft ausbilden und nach dem Leistungsende in der Wirtschaft für deren Gnadenbrot sorgen – das nennen wir Sozialstaat.

Unser Soziale Marktwirtschaft ist mit der Bahn und demnächst der Wasserversorgung und Abwasseraufbereitung komplett privatisiert und die Politik greift immer massiver mit Steuergeldern in die Marktwirtschaft ein – ohne die Gewinne der ehemaligen systemrelevanten Betriebe für die Bürger abschöpfen zu können. Die kapitalistische Planwirtschaft richtet sich aber nicht nach dem Bedarf der Bevölkerung, sondern nach der Gewinnvermehrung der subventionierten Betriebe – als kleines Trostpflaster bleiben ein paar Arbeitsplätze, die fiskalisch ein paar Steuereinnahmen erzeugen, aber in keinem Vergleich zu den Gewinnen der Unternehmen stehen, die weiterhin wie staatliche Betriebe Steuergelder erhalten.

Wir sind längst im Kommunismus angekommen – der Kapitalismus übernimmt die von uns als nachteilig empfunden Steuerelemente des Kommunismus in seine Konzeption – das bezeichnen wir als Globalisierung und meinen damit Gleichmacherei der unteren Gesellschaftsschichten. Doch all das ist vorauseilender Gehorsam in bezug auf die Geldentstehung gegen Sicherheit auf Land, Rohstoffe und eben alles was Menschen in bezug auf Ernährung abhängig macht.

Im Grund spielt es keine Rolle ob eine Regierung durch Entscheidungseliten über die Eigentümer und Rohstoffe eines Landes verfügt oder ein privater Eigentümer. Das Resultat der Abhängigkeit der Bevölkerung ist immer gegeben. Die Bevölkerung muss gehorchen, ob die Befehle von Entscheidungseliten kommen oder von der sogenannten privaten Marktwirtschaft. Somit reguliert sich unser Marktwirtschaft nicht nach Angebot und Nachfrage auf Bedarfsartikel, sondern die Marktwirtschaft reguliert sich aufgrund den Vorschriften des Geldsystems, was wir Wachstumszwang nennen.

Hätten wir eine funktionierende Marktwirtschaft, wären Abwrackprämien zur Ankurbelung des Autokaufs nicht notwendig. Im Grund regulieren die Regierungen dieser Welt durch Steuergeld bzw. Konjunkturprogramm den Konsum, den der Bürger sich schon längst nicht mehr leisten kann. Deshalb ist unser Geld in bezug auf seine Entstehung ein Enteignungsmittel und die Staaten sind zur Einhaltung dieser Enteignungsregel gezwungen, weil nur Geld durch Kredite in Umlauf kommt, für das Sicherheiten hinterlegt werden.

Natürlich gibt es mittlerweile künstlich erfundene Sicherheiten, wie Staatsanleihen, die nichts anderes als Verbriefte Schuldscheine sind und mit den Verbriefungen der Immobilienfinanzierungen in den USA gleichzusetzen sind. Deshalb darf eine Lösung für ein neues Geldsystem nicht von oben nach unten gedacht werden, d. h., beginnend von den Zentralbanken nach unten überlegen, sondern man muss direkt in der Geldentstehung gegen Sicherheiten anfangen.

Zentralbanken geben kein Geld heraus, das direkt in Umlauf kommt, das geschieht über die „normalen“ Geschäftsbanken, die Kredite an natürliche Personen oder juristische Personen (Aktiengesellschaften z. B.) vermitteln, aber nur wenn ausreichende Sicherheiten vorhanden sind. Da in den meisten Industriestaat die Menschen längst hoch verschuldet sind und auch die Staaten, wir es immer schwieriger Geld in Umlauf zu bringen. Keine private Person kann Schuldscheine erfinden wie ein Staat und diese als Sicherheiten hinterlegen, außer Unternehmensanleihen, die mit hohen Zinssätzen locken – aber in Wahrheit steht dahinter kein Wert, sondern nur der Glaube, dass das Unternehmen oder der Staat seine Bürger bzw. Beschäftigte effektiv ausbeutet.

Somit ist das heutige Geldsystem absolut asozial und keiner menschlichen Gemeinschaft würdig.

Kommentare:

  1. Welche tiefe Weisheit spricht aus diesen Worten!

    In der Diagnose sind wir uns weitgehend einig.

    Unser wachstumsverdammtes System ist ein Ponzi-Schema,
    ein kriminelles Kettenbriefsystem
    http://www.geld-frisst-mensch.de/beweis.php

    Ich habe versucht, unsere geltende Gesellschaftsordnung
    in einem glossisitischen Bild "Turm der Gier" zu beschreiben
    http://www.geld-frisst-mensch.de/anatomy.php

    Der Markt zwingt alle Ressourcen zur vollständigen Allokation - bei Androhung des Untergangs im Verweigerungsfalle.
    Das ist gut in Zeiten des Mangels - z. B. Deutschland 1945 bis ca 1970. Danach entsteht hoffnungslose Überallokation - derzeit ca 70 bis 90 % auf Arbeitskraaft bezogen, auf Naturressourcen mindestens ähnlich.
    Die Geister die ich rief, ich werd' sie nicht mehr los...

    http://www.geld-frisst-mensch.de/forum/viewtopic.php?f=3&t=9


    Auch die Einstufung der Marktlehre als Religion ist mir schon aufgefallen
    http://www.geld-frisst-mensch.de/paternoster.php


    Nachdem der Mensch den Dschungel als Evolutionsmotor besiegt hat, hat der den Markt als Ersatzdschungel
    aufgebaut.
    Mich hat das frappeirend an die Ostasiatischen Hahnenkämpfe erinntert -
    hier einige Gedankenfetzen dazu:
    http://www.geld-frisst-mensch.de/evolution.php

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    Was ich derzeit noch bezweifle, daß eine einfache Umstellung des Geldschöpfungs-Systems das Problem grundlegend ändern könnte.

    Der Mensch - solange er nicht verdorben ist - bezieht sein Selbstwertgefühl aus seinem Beitrag zum Gedeihen der Gemeinschaft. Er muß dazu nicht ewig im Hamsterrad gepeitscht werden.

    Jede Familie, Dorfgemeinschaft, Betriebsgemeinschaft (in einem gesunden mittelständischen Unternehmen) kommt ohne Erbsenzähler-Verrechnung aus und erbringt trotzdem bedarfsgerechte Leistungen zu Deckung des Bedarfes.
    Die Open-Source-Gemeinde hat diesese vertrauensbasierte Kooperations-Modell auf die Ebene internationler Konzerne gehoben - Linux ist zunehmend als ernsthafter Konkurrent von Bill Gate's Windows zu sehen - eine schöne Antithese zum reichtsten Mann der Welt.

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    Aber ich muß nicht recht haben.
    Ich werde mir Euer Modell nochmal in Ruhe anschauen....

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  2. ... und wieder ein Artikel, der mir aus dem Herzen spricht! Deine Beiträge gefallen mir sehr gut, weil sie berühren in vielerlei Hinsicht. In der Hoffnung, dass viele Leser deine Offenheit und Tiefgründigkeit zu schätzen wissen, verbleibe ich mit herzlichen Grüßen.

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