Sonntag, 10. April 2011

Wertkonservative nennen sich Revolutionäre und wollen nur einen Strukturwechsel

Die Revolutionäre, die sich seit der Finanzkrise als Kritiker der Politik bildeten sind wertkonservativ und nur zu einem Strukturwandel bereit. Das macht CDU und FDP mittlerweile überflüssig. Sie stehen zwar für die gleichen Werte ein, die auch die Jungrevolutionär verfolgen, aber nicht für die gewünschte neue Struktur in der Gesellschaft. Die einen verfangen sich in nationalen Lösungen und wollen das Armutsgefälle in der restlichen Welt aufrecht erhalten, weil es der Garant für unseren Wohlstand ist. Wieder andere vergrößern nur den Horizont der nationalen Betrachtungsweise und sehen Nordafrika als Teil ihrer Gesellschaftsstruktur.


Der Begriff Wertkonservativismus wurde 1975 vom linken Erhard Eppler (SPD) geprägt. Er schrieb in seinem Buch "Ende oder Wende": Wertkonservative Politik sei die Bewahrung der Natur, einer humanen und solidarischen menschlichen Gemeinschaft. Sie wolle Herrschaftsstrukturen verändern, aber die bestehenden Werte erhalten

Humanismus unter den bestehenden Werte ist aber nicht umsetzbar. Er ist immer nur ein Kompromiss mit eindeutigen Abschlägen für den Menschen gegenüber den Werten in unserer Gesellschaft. Siehe Hartz4-Diskussion. Eine solidarische Gemeinschaft ist nur einer Gesellschaft zu verwirklichen, die in Überfluss lebt. Gibt es keinen Überfluss mehr, hört die Solidarität sofort auf und wird nur Neiddebatte. 




Umstrukturierung ist also eine normale und zu erwartende Reaktion, die unser Wertesystem vorgibt, damit es weiter in seiner Ungerechtigkeit existieren kann. Wir folgenden den Mechanismen unseres Wertesystems und halten uns sogar für Umstürzler und Revolutionäre. Auf diese Art lässt sich die Welt der Illusionen nicht verlassen. Neo startet nur das System neu, als Kompromisslösung mit den Maschinen. Die berühmte Frage nach der Farbe der Pille hat sich erübrigt.


Die Illusion besteht weiter, denn keiner will auf dem Trümmerfeld wohnen, das dieses Wertesystem in Wahrheit anrichtet. Das muten wir nur der neuen Unterschicht zu, die diese Umstrukturierung hervor bringen wird. Unser größte Angst besteht lediglich darin, dass wir diese neue Unterschicht sein könnten. Das wollen wir mit allen Raffinessen, die wertkonservative Vorstellungen hervorbringen können, verhindern.


CDU und FDP strebten dies immer mit Steuern und Abgaben an, doch ihre Argumentation mit angeblicher Sozialpolitik und Arbeitsplatzbeschaffungsmaßnahmen genügen nicht mehr als Argumentation. Mittlerweile weiß die zivilisierte Welt, dass in Zukunft nicht mehr für alle Arbeitsplätze zur Verfügung stehen werden, um ein selbstbestimmtes Leben führen zu können. Energie ist als neue Broteinheit für die Zivilisation erkannt worden.


Der Horizont der Menschen öffnet sich hin zum Klima- und Energiesektor. Daran sind die Medien und auch die "alte" Politik nicht ganz unschuldig - sie bildeten uns, damit wir genau die Entscheidungen treffen, die jetzt anstehen. Sie leiten die Menschen sozusagen in eine politisch gewünschte Umstrukturierung, die vom Volk als Umsturz empfunden werden soll. Die Facebook-Revolution verläuft nur etwas anders als in Ägypten oder im übrigen Nordafrika.

Der geforderte Aktionismus ist nur antizipiertes Denken

Damit folgen wir dem Motto: Selbst getroffene Entscheidungen und Schlussfolgerungen, werden gerne akzeptiert und umgesetzt, obwohl wir nur antizipieren - also als Sklave für den Herren denken, weil keine ausreichenden Erkenntnisse über die Vorgänge in unserem Wertesystem erlangen wollen. Sie passen nicht in unser Weltbild. Wertkoservative können nur in eine Richtung denken und das ist Wertzuwachs um jeden Preis.



Das Geplänkel von CDU und FDP ist viel mehr als private Postenhascherei und Existenzangst der Parteimitglieder einzustufen. Das hat nichts mit Politik zu tun. Sie gehören zu den Abgehängten des System, wie mach Arbeitsloser oder Hartz4-Empfänger. Noch versuchen sich die Parteien neu aufzustellen - also im übertragenen Sinn - Volkshochschulkurse zu belegen, damit sie nachweisen können, sie seien im neuen Trend.


Letztendlich ist eine Umstrukturierung unter konservativen Wertanschauungen vertane Liebesmühe und kein wirklicher Drang nach Freiheit, sondern lediglich der Versuch einzelner Gesellschaftsschichten etwas mehr Gerechtigkeit durch Umverteilung zu erlagen.


Die Energiepolitik - weg von der Kernenergie - ist kein Wertgewinn für die Bevölkerung an sich. Das Volk schafft sich dadurch nur neue Despoten, die Energiepreise kontrollieren und weiterhin die Bevölkerung aussaugen. Das ist wertkonservatives Handeln. Die gewonnene Lebenssicherheit wird dem Bürger einfach in Rechnung gestellt und erzeugt so einen noch höheren Wertschöpfungseffekt als die "alte" Art der Energieerzeugung. Die langwierige Monopolbildung wird mit Projekten wie Desertec in Nordafrika genauso übersprungen, wie weitere Projekte in Spanien.

Wertkonservative sind auch die angeblichen Kritiker des Geldsystems, die nach neuen Sicherheiten für Geld suchen ohne die Werte an sich ändern zu müssen. Dazu zählen die Verfechter der Golddeckung oder gar die Vertreter der Monetative. Sie setzten sich dafür ein, dass mit den Ausgaben des Staates Geld geschöpft wird. Das Geld hat also weiterhin die Möglichkeit die "heutigen" Werte einzukaufen. Es ist also nur ein Strukturwechsel, kein Wertewechsel.

Das Leistungsgedeckte Geld strebt einen Wertewechsel, aus dem ein natürlicher Strukturwechsel erfolgt. Die "alten" Werte sind daher mit Geld nicht mehr erwerbbar, ansonsten würde das gleiche Abhängigkeitssystem wieder entfacht, unter dem wir heute leiden und uns so ungerecht behandelt fühlen.


Wir sollten als genau prüfen, wo der Wertekonservativismus verfolgt wird und wo tatsächlicher Wandel angestrebt wird, ansonsten taumeln wir von einer Umstrukturierung zur anderen ohne auch nur einen Funken Freiheit erhascht zu haben.

Kommentare:

  1. Wann wird man endlich erkennen, dass Geld oder sonstige Bewertungen überflüssig sind wenn jeder etwas gibt. Denn dann kann jeder etwas nehmen. Nur wenig Organisation gehört dazu. Denn dann braucht man keine Kontrollen mehr. Missbrauch wird sich durch Offenlegung aller "Werte" und deren allgemeinen Gebrauch von selbst einengen.

    Geldlose Systeme wurden auch in Hochkulturen (Inkas) ausgeübt. Nur musste jeder etwas dazu tun. Schmarotzertum wurde nicht toleriert.

    Nur die damalige Priesterkaste hatte durch Menschenopfer für die nötige Angst gesorgt um ihre Macht zu erhalten. Eben das was sie mit den heutigen Religionen veranstalten. Nur etwas dezenter aber umso heimtückischer. (Himmel und Hölle und Gott als Richter). Und das Geld ist zur Waffe für die heutigen Geldpriester verkommen.

    Allerdings wird die Macht mit Hilfe des Geldbetrugssystems immer offener ausgeübt. Die Zweiklassengesellschaft immer perfekter ausgebaut. In einige Herrenmenschen und viele, viele sklavenähnliche Untertanen.

    Versuch einer geldlosen Gesellschaft darzustellen in: http://der4weg.blogspot.com

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  2. Bei all den richtigen Überlegungen und Schlußfolgerungen kommt mir die andere Seite der Medaille etwas zu kurz. Nämlich daß unser reales Geld-System, übrigens ein über Jahrtausende verfeinertes und auf die Bedürfnisse aller heute lebenden Menschen zugeschnittenes System, diese wunderbare Eigenschaft besitzt, Macht zu absorbieren, ohne daß sich irgendein Mensch vorkommen muß, wie ein Hamster im Laufrad, oder wie eine Batterie.
    Das ist für unsereins vielleicht keine große Errungenschaft, wir könnten auch ohne so ein System überleben, bzw. gut leben.
    Aber was passiert, wenn die Macht nicht absorbiert würde, das kann man heute noch in Ländern, wie Lybien, Nordkorea und zahlreichen anderen Ländern sehen.
    Die Einsicht, daß wir den Hamsterkäfig nicht ohne weiteres verlassen können, ist jedoch richtig. Aber immerhin haben wir das Laufrad schon motorisiert und benutzen die erzeugte kinetische Energie als Stromquelle um unsere Leselampe zum Leuchten zu bringen. Dann können wir abends, wenn wir vom Fressen müde sind, noch Geldpolitik studieren. Und irgend wann finden wir dann in einem dicken Schmöker den Schlüssel zum Hamsterkäfig.

    @der 4. Weg
    "...Schmarotzertum wurde nicht toleriert..."
    Unglaublich, daß so was 3 Monate unkommentiert bleibt. Kommt nicht mal die Frage, ob du die Inkas oder die deutsche NS-Diktatur beschreibst?
    Denn das "Schmarotzertum" ist meines Wissens nach das Vokabular Göbbels'. Ich glaube es liegt daran, daß hier gar kein Traffic ist.
    Von Hochkultur würde ich bei den Inkas sowieso nicht sprechen. Das einzige, was bei denen hoch war, das waren ihre scheiß Berge.

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